Unbefriedigender 3. Teil von «Haus des Geldes»

Eben habe ich die 3. Staffel von «Haus des Geldes» abgeschlossen. In 8 Folgen geht’s darum, mit einem raffinierten Plan den von der Polizei geschnappten Rio aus seiner Folterhaft zu befreien. Wie ihm die internationalen Strafverfolger auf die Schliche kamen, war dann doch etwas gar simpel. Es genügte – Achtung: Spoiler! – ein einziger Telefonanruf. Nun gut, um die Geschichte ins Rollen zu bringen, mag man darüber hinweg sehen.

Schmerzhaft pathetisch

Viel anstrengender war dann allerdings die Inbrunst, mit denen der Professor sich selbst und sein Team abfeierte. Er sieht sich als moderner Robin Hood, als Volksheld, der gegen das System kämpft. Ein Krimineller, der sich als Opfer des Systems betrachtet, weil die Behörden das taten, was von ihnen zu erwarten war und einen vom Team geschnappt haben.

Es tut schon fast weh, mit wie viel Pathos der Professor inszeniert wird, während er sein Team fernab vom Tatort per Funk instruiert. Oder der Moment – Achtung: Spoiler! – als Rio durch einen Geiselaustausch zum Team zurückkehren darf. Oder der Motivations-Monolog von Nairobi, als sie zu ihren Arbeitern spricht. Oder … ach, überhaupt.

Kein Ende in Sicht

Doch der wirkliche Schmerz stellt sich kurz vor Ende der letzten Folge in der 3. Staffel ein. Mit jeder Sekunde wird dem Zuschauer nämlich mehr bewusst, dass es unmöglich wird, in den verbleibenden Minuten alles aufzulösen. Keine relevante Frage wird beantwortet. Der Überfall läuft noch immer und es ist auch kein Ende, weder happy noch sonst wie, absehbar. Es muss also eine 4. Staffel geben.

Nur: Die Fortsetzung ist frühestens im Jahr 2020 zu erwarten. Und das ist exakt der Punkt, den ich nicht verstehe. Weshalb wurde Staffel 3 mit 8 Folgen veröffentlicht, obwohl für die Macher von Anfang an klar war, dass man nach diesen 8 Folgen den Zuschauer mit lauter Fragen und völlig unbefriedigt zurücklassen wird? Sehr schade. Denn so machen Serien keinen Spass. Und so machen Serien keinen Sinn.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.