TV-Kritik: LateUpdate

Michael Elsener flimmerte nun bereits das dritte Mal mit seinem «LateUpdate» über die Schweizer Bildschirme. Ich habe mich bis jetzt zurückgehalten. Ich wollte es vermeiden, denselben Fehler zu machen wie damals bei «Deville» und ihn zu früh zu loben – oder verreissen.

Lahm

Der Start von «LateUpdate» erfolgte zahm. Vieles war nicht lustig. Wirklich Pfeffer hatte eigentlich nur Renato Kaiser. Die zweite Sendung war ebenso zahm wie die Premiere. Meine einzige Erinnerung daran ist noch, dass Gerhard Pfister zu Gast war. In der zweiten Sendung schon der zweite Zuger. In der ersten war es Thomas Aeschi. Das weiss ich, weil Aeschi von der SVP ist. Und da war doch noch was mit Guacamole, was in den sozialen Medien so abgefeiert wurde, mich aber völlig langweilte. War das jetzt in der ersten oder zweiten Sendung?

Die dritte Sendung am 3. Februar dümpelte dann genau gleich unmotiviert vor sich hin wie die vorhergegangenen zwei. Für das eine oder andere Schmunzeln sorgte einzig Renato Kaiser mit seinen frechen und bissigen Kommentaren. Dafür fehlte die zweite Aussenreporterin. Keine Handy-Reportage von Patti Basler diesmal? Gut. Die Frau hat definitiv etwas Besseres verdient. Sie nur mit einem Smartphone loszuschicken um ahnungslose Personen verbal zu überfallen und das Ganze grobpixelig, verwackelt und unscharf bildlich sowie mit unverständlichem Ton festzuhalten, ist nicht nur nicht lustig sondern auch eine unglaubliche Verschwendung von Talent. Wenn man ihr wenigstens einen Kameramenschen mit einem anständigen Filmgerät und einem Mic zur Seite stellen würde …

Es fehlt an allem

Weder Satire, Komik oder sonst irgend welchen Sinn kann ich bei den Auftritten von Matto Kämpf entdecken, der in der Figur von Politexperte Markus Schafroth von Elsener befragt wird und … ja, was tut er da eigentlich? Zeigen, wie man Stauerstoff in Kohlendioxid umwandelt? Oder ist es einfach nur ein völlig missglückter Versuch, Mike Müllers Hanspeter Burri zu imitieren? Lauter Fragen …

Fraglich ist für mich deshalb die Zukunft von «LateUpdate». Wenn den Verantwortlichen nicht schnellstens etwas einfällt, um die Sendung massiv aufzupeppen, dürfte die erste Staffel gleichzeitig die einzige und letzte sein. Denn aktuell fehlt es an allem, nicht nur an der Kaffeemaschine. Die Jokes sind flach und kommen holprig daher, die eingespielten Beiträge sind weder lustig noch unterhaltsam und der Talk ist kein Talk, weil es hauptsächlich darum geht, wie viel Gin in den Tonic gehört oder wie die Rüebli schmecken.

Das bis jetzt Gebotene reicht nicht. Und wenn sich daran nicht unmittelbar etwas ändert, entwickelt sich «LateUpdate» zum nächsten Comedy-Flop aus dem Hause Leutschenbach.

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