Film-Kritik: Ocean’s 8

Ich mag die Oceans’s-Filme. Alle drei. Ich mag George Clooney und Brad Pitt. Natürlich nicht wegen ihrer Optik. Aber ich mag die Optik von Sandra Bullock. Sie kann divenhaft schön und rotzig hässlich zugleich. Sandra Bullock nimmt man das doofe Girlie aus der biederen Reihenhaus-Nachbarschaft genau so ab wie eine glamouröse ernsthafte Wichtigkeit, eine tollpatschig taffe Polizistin oder eben eine raffinierte Diebin.

Die Vorzeichen für «Ocean’s 8» standen also sehr gut. So gut, dass die Erwartungen womöglich zu hoch waren. Denn sie wurden nicht erfüllt. Dem neusten Versuch fehlt es an praktisch allem, was die vorhergegangenen Filme ausmachte, obwohl man sich viel Mühe machte, sich an die Vorgänger anzulehnen. Aus der gefitzten Komik wurde zum Teil billig wirkender Slapstick. Es fehlt an der filmischen Raffinesse, welche die Vorgänger so interessant machten. Es fehlen Einfallsreichtum sowie Überraschung bei der Durchführung des eigentlichen Coups selbst. Das Tempo passt nicht, die Musik verfehlte oftmals ihre Wirkung und die Filmfiguren hatten zu wenig Tiefgang.

Wenn man «Ocean’s 8» auch zur Ocean’s-Reihe zählen will oder muss, fällt die diese letzte Fortsetzung durch. Es lag nicht daran, dass die Hauptcharaktere diesmal aus Frauen bestanden. Nein, man hat sich beim Screenplay einfach nicht mehr dieselbe Mühe gegeben. Man merkt schon sehr schnell, dass die Autoren es sich zu einfach machten. Oder es liegt daran, dass Steven Soderbergh bei «Ocean’s 8» nur noch als Produzent und nicht mehr als Director und DoP mitwirkte. Ich will nicht von Pfusch reden, aber … die Latte der ersten drei Filme liegt halt einfach wirklich sehr hoch. Und dieser Höhe sollte man sich bewusst sein, wenn man sich an eine Fortsetzung wagt.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: